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Naturschutz vor Ort
von Reiner Leonhardt am 24.06.2010 um 09:40
eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen RECTICEL SCHLAFKOMFORT GmbH Jöhstadt und dem Verband Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer e.V. Landesverband Sachsen (VDW)


Anfang Mai berichtet uns ein Mitarbeiter der Firma RECTICEL von den großen Problemen, die der Betrieb mit Spatzen hat. Lagerhallen, Produktionsstätten und Nebengebäude werden von großen Schwärmen Haussperlingen heimgesucht. Besonders in den Lagerhallen ist der zurück gelassene Kot nicht nur ein optisches, sondern auch ein wirtschaftliches Problem.
Die eingelagerten Teile für die Lattenrostproduktion werden verschmutzt und sind für die Weiterverarbeitung ungeeignet. Also muss dringend eine Lösung her. Bei der Besichtigung der Betriebsräume wurde uns schnell klar, dass nur eine „Gewaltlösung“ zum Erfolg führt. Die Lösung kann nur in einer Umsiedlung liegen. Der Haussperling ist eine Vogelart, die bis vor wenigen Jahren noch zu den Allerwelts-Vögeln gehörten und jetzt immer schneller weniger wird. Der Standort ist nicht schlecht, da es auch im Winter an den Wänden der Trocknungsanlagen relativ warm ist und wir reden über einen der schneereichsten und kältesten Orte im Erzgebirge, nämlich über Jöhstadt.
Der VDW lieferte im Juni 35 Nistkästen an RECTICEL und die wurden von den Handwerkern angebracht. Damit war die „Wohnungssuche“ der Spatzen erledigt, die Unterkunft in der Lagerhalle nicht mehr benötigt. Wir müssen jetzt nur noch den Nachweis bringen, dass die Verschmutzung dauerhaft zurückgeht.
Ein weiterer Punkt, der das Problem klären soll, ist die Einrichtung einer Ganzjahresfütterung genau an den Nistkästen, das sind zwei Bedingungen für einen Haussperling den Platz an zu nehmen. Die beiden Hauptanliegen eines Spatzen sind somit erfüllt und alle Beteiligten haben ihre Aufgabe erfüllt.
Naturschutz kann so einfach sein. Das Wichtigste ist, man muss miteinander reden und Lösungen suchen. Das heißt , nicht darüber reden wie es nicht geht, sondern wie es geht.
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Adler-TV: Brutgeschäft live und in Farbe
von Reiner Leonhardt am 18.06.2010 um 15:37
Schauen Sie mit der Deutschen Wildtier Stiftung per Live-Kamera in den Schreiadlerhorst

Wer einmal einen Schreiadler gesehen hat, ist ein anderer Mensch - sagt man, so selten sind die kleinsten heimischen Adler mittlerweile geworden. Mit der Live-Kamera der Deutschen Wildtier Stiftung haben Sie die einmalige Gelegenheit, ein Schreiadler-Paar in seinem Horst zu beobachten.

Der Nachwuchs ist da! Am 5. Juni ist das Schreiadler-Junge geschlüpft. Mittlerweile darf es immer häufiger allein im Nest bleiben, während die Mutter Nistmaterial und Futter gegen den wachsenden Hunger des Kükens sammelt.

www.deutschewildtierstiftung.de
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"Den Ackervögeln geht es besonders dreckig". FP vom 18.06.2010
von Reiner Leonhardt am 18.06.2010 um 09:19


Die Letzten ihrer Art: Im Erzgebirge herrschen lebensfeindliche Bedingungen für den Kiebitz

Von Mike Baldauf


Annaberg. Im Erzgebirge ist der Kiebitz (Vanellus vanellus) als Brutvogel so gut wie verschwunden. Der Ornithologe und ehrenamtliche Naturschutzhelfer Rolf Giller spricht von einem lebensfeindlichen Umfeld, das die Art heute in der Region vorfindet. Sachsenweit gebe es höchstens noch 150 Brutpaare. Der Watvogel hatte sich zuletzt notgedrungen aufs Ackerland zurückgezogen, auf dem seine Aufzucht aber kaum eine Überlebenschance besitzt. Auf der Roten Liste Sachsens ist der Kiebitz als stark gefährdet eingestuft.
Giller: "Den Ackervögeln, wozu auch Feldlerche, Grauammer, Uferschnepfe und Rotschenkel gehören, geht es in Deutschland besonders dreckig." Schuld daran trägt die intensive Flächennutzung, sagt der Naturschützer. "Die Landwirtschaft ist für den Rückgang von 75 Prozent der Vogelarten verantwortlich."
Die Ironie der Geschichte: Gerade die Landwirtschaft hatte anfangs zu einer Artenfülle beigetragen. Rolf Giller nennt die Jahre 1830 bis 1850. Mit dem Auflichten von Wäldern und der extensiven Bewirtschaftung von Flächen - also der Landnutzung mit hohem Verbrauch an Fläche, aber geringem Eingriff - schufen Bauern damals neue Lebensräume für Arten, die gehölzarmes, weiträumiges Offenland, Feucht- und Nasswiesen bevorzugen. "Die Großtrappe - eine der schwersten flugfähigen Vögel der Welt - galt damals sogar zeitweise als Plage. Heute ist sie eine absolute Seltenheit", nennt der Ornithologe ein Beispiel.
Mit der in den 1850er-Jahren einsetzenden Industrialisierung der Landwirtschaft begannen sich die Lebensbedingungen dieser Arten zu verschlechtern. Giller spricht von einem großflächigen Zusammenbruch der Bestände. Später erholte sich der Kiebitz noch einmal; er hatte die Ackerfluren als Ersatzlebensraum angenommen. Damals galt das Tier als Kulturfolger, also als eine Art, die mit dem vom Menschen geschaffenen Umfeld zurechtkommt und sich anpassen kann. "Das sollte sich jedoch als Trugschluss erweisen", so Giller.
Mit der weiteren Intensivierung der Landwirtschaft in den 1980er-Jahren brachen die Brutbestände auf den Feldern zusammen, berichtet Giller. Faktoren wie Trockenlegung, Schädlingsbekämpfungsmittel- und Technikeinsatz, hochwachsende Kulturen (wie etwa Mais und Raps) trugen dazu bei.
Heute taucht der Kiebitz manchmal noch in großen Schwärmen im Erzgebirge auf. Allerdings ist er dann nur auf dem Durchzug in Richtung Süden.
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Ergebnis zur „Stunde der Gartenvögel“ (Nabu)
von Reiner Leonhardt am 08.06.2010 um 07:49
Bundesweit immer weniger Spatzen. Rund 40.000 Vogelfreunde nutzten das zweite Maiwochenende zur Teilnahme an der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“. Die Auswertung liegt nun vor und kann erstmals auf einen Blick mit denen früherer Jahre verglichen werden - mit teilweise überraschenden Ergebnissen. So nimmt die Zahl der Spatzen kontinuierlich ab. Die Ursachen will der NABU nun näher untersuchen.
Mehr www.nabu.de oder www.nabu.de/aktionenundprojekte/stun...egel/ergebnisse/
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Artensterben schreitet ungebremst fort (Nabu)
von Reiner Leonhardt am 02.06.2010 um 13:01
Die neue Rote Liste der Vögel ist alarmierend

26. Mai 2010 - Anlässlich einer Aktualisierung der Roten Liste der Vögel durch seinen Dachverband BirdLife International macht der NABU auf den voranschreitenden Artenschwund aufmerksam. Von den weltweit rund 10.000 Vogelarten sind bereits 132 Arten ausgestorben. Jüngstes Opfer ist der auf Madagaskar lebende Delacour-Zwergtaucher. „In diesem Fall haben von Seiten der Fischerei eingeführte Raubfische zu einem dramatischen Bestandsrückgang des mit unserem Zwergtaucher verwandten Wasservogels geführt, der zuletzt nicht mehr zu stoppen war“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist es nicht gelungen, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Jede achte Vogelart droht zu verschwinden

Die im Auftrag der IUCN (International Union for Conservation of Nature) erstellte Liste verdeutlicht, dass schon mehr als zwölf Prozent aller Vogelarten vom Aussterben bedroht sind oder als besonders gefährdet gelten. Auch in Deutschland besteht nach Angaben des NABU das Risiko, jede achte heimische Vogelart zu verlieren. Während global bedrohte Arten oft nur kleinste Regionen besiedeln und dadurch einem höheren Aussterberisiko unterliegen, gehen in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten der EU vor allem die Zahlen weit verbreiteter und ehemals häufiger Vögel zurück. „Hier macht den Tieren die immer intensiver betriebene Landwirtschaft am meisten zu schaffen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Wo etwa Grünland zu Äckern umgebrochen wird und Pestizide jegliche Insekten und Wildkräuter vernichten, haben viele Vögel keine Chance zu überleben. Ein Beispiel sei der zunehmend als Energiepflanze angebaute Mais. „Der Maisanbau hat allein in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent zugenommen und macht mittlerweile fast 18 Prozent der gesamten Ackerfläche in Deutschland aus. Riesige Maisäcker ohne Fruchtfolge bieten unseren Feldvögeln keine ausreichende Nahrungsgrundlage, ihr Bruterfolg geht daher gegen Null“, so Nipkow. Um das Artensterben zu stoppen, ist daher ein drastischer Umbau der EU-Agrarpolitik notwendig. „Die 56 Milliarden Euro, mit denen die europäischen Steuerzahler jährlich die Landwirtschaft subventionieren, müssen endlich für die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden und die Unterstützung ökologischer Leistungen verwendet werden“, so Nipkow.

Es gibt Grund zur Hoffnung

Die neue internationale Liste gefährdeter Vogelarten zeigt aber auch, dass es gelingen kann, vom Aussterben bedrohte Vogelarten durch Naturschutzmaßnahmen zu fördern. So erholten sich die Bestände des Azorengimpels durch eine gezielte Renaturierung seiner Lebensräume. Auch viele durch die EG-Vogelschutzrichtlinie geschützte Arten wie Schwarzstorch, Kranich, Seeadler, Wanderfalke und Uhu profitierten durch Jagdverbote und die Ausweisung von europäischen Vogelschutzgebieten. Diese Beispiele zeigen den Erfolg des Naturschutzes, wenn neben dem Bekenntnis zum Schutz der biologischen Vielfalt auch konkrete Maßnahmen unternommen und ausreichende finanzielle Mittel zu deren Umsetzung bereit gestellt werden.

Für Rückfragen:
Dr. Markus Nipkow
NABU-Vogelschutzexperte
Tel. 030-284984-1620
Orginaltext: www.nabu.de
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