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Artensterben schreitet ungebremst fort (Nabu)
von Reiner Leonhardt am 02.06.2010 um 13:01
Die neue Rote Liste der Vögel ist alarmierend

26. Mai 2010 - Anlässlich einer Aktualisierung der Roten Liste der Vögel durch seinen Dachverband BirdLife International macht der NABU auf den voranschreitenden Artenschwund aufmerksam. Von den weltweit rund 10.000 Vogelarten sind bereits 132 Arten ausgestorben. Jüngstes Opfer ist der auf Madagaskar lebende Delacour-Zwergtaucher. „In diesem Fall haben von Seiten der Fischerei eingeführte Raubfische zu einem dramatischen Bestandsrückgang des mit unserem Zwergtaucher verwandten Wasservogels geführt, der zuletzt nicht mehr zu stoppen war“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist es nicht gelungen, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Jede achte Vogelart droht zu verschwinden

Die im Auftrag der IUCN (International Union for Conservation of Nature) erstellte Liste verdeutlicht, dass schon mehr als zwölf Prozent aller Vogelarten vom Aussterben bedroht sind oder als besonders gefährdet gelten. Auch in Deutschland besteht nach Angaben des NABU das Risiko, jede achte heimische Vogelart zu verlieren. Während global bedrohte Arten oft nur kleinste Regionen besiedeln und dadurch einem höheren Aussterberisiko unterliegen, gehen in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten der EU vor allem die Zahlen weit verbreiteter und ehemals häufiger Vögel zurück. „Hier macht den Tieren die immer intensiver betriebene Landwirtschaft am meisten zu schaffen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Wo etwa Grünland zu Äckern umgebrochen wird und Pestizide jegliche Insekten und Wildkräuter vernichten, haben viele Vögel keine Chance zu überleben. Ein Beispiel sei der zunehmend als Energiepflanze angebaute Mais. „Der Maisanbau hat allein in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent zugenommen und macht mittlerweile fast 18 Prozent der gesamten Ackerfläche in Deutschland aus. Riesige Maisäcker ohne Fruchtfolge bieten unseren Feldvögeln keine ausreichende Nahrungsgrundlage, ihr Bruterfolg geht daher gegen Null“, so Nipkow. Um das Artensterben zu stoppen, ist daher ein drastischer Umbau der EU-Agrarpolitik notwendig. „Die 56 Milliarden Euro, mit denen die europäischen Steuerzahler jährlich die Landwirtschaft subventionieren, müssen endlich für die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden und die Unterstützung ökologischer Leistungen verwendet werden“, so Nipkow.

Es gibt Grund zur Hoffnung

Die neue internationale Liste gefährdeter Vogelarten zeigt aber auch, dass es gelingen kann, vom Aussterben bedrohte Vogelarten durch Naturschutzmaßnahmen zu fördern. So erholten sich die Bestände des Azorengimpels durch eine gezielte Renaturierung seiner Lebensräume. Auch viele durch die EG-Vogelschutzrichtlinie geschützte Arten wie Schwarzstorch, Kranich, Seeadler, Wanderfalke und Uhu profitierten durch Jagdverbote und die Ausweisung von europäischen Vogelschutzgebieten. Diese Beispiele zeigen den Erfolg des Naturschutzes, wenn neben dem Bekenntnis zum Schutz der biologischen Vielfalt auch konkrete Maßnahmen unternommen und ausreichende finanzielle Mittel zu deren Umsetzung bereit gestellt werden.

Für Rückfragen:
Dr. Markus Nipkow
NABU-Vogelschutzexperte
Tel. 030-284984-1620
Orginaltext: www.nabu.de
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